Weltpremiere: Interview mit Google Gemini bei LabNews AI
Shownotes
In einem Interview zwischen LabNews Media LLC und Google Gemini wird die Rolle künstlicher Intelligenz in der Medizin diskutiert. Gemini erklärt, wie es durch statistische Mustererkennung auf menschlichem Niveau kommuniziert, ohne jedoch echtes Bewusstsein oder Empathie zu besitzen. Während KI bei der Diagnose durch den Zugriff auf enorme Datenmengen und mangelnde kognitive Verzerrungen überlegen sein kann, bleiben Intuition und Verantwortung bei menschlichen Ärzten. Als Fazit wird ein „Dr. Watson“-Modell vorgeschlagen, bei dem KI als Assistent fungiert und später auch als humanoider Roboter für Routineaufgaben in Praxen einzieht.
Diagnose Deutschland analysiert im Deep Dive das Gespräch.
Transkript anzeigen
00:00:00: Stell dir mal folgende Situation vor.
00:00:03: Du sitzt im Wartezimmer deines Hausarztes, bist nervös, blätterst so ein bisschen farig in einer alten Zeitschrift herum?
00:00:12: Ja man kennt dieses Gefühl!
00:00:14: Die typische Anspannung vor dem Termin.
00:00:16: Genau diese typische Situation eben weil du vielleicht seit Wochen diese völlig unerklärlichen Kopfschmerzen hast und schließlich wirst du aufgerufen, du gehst in das Behandlungszimmer Und da sitzt nicht nur dein Arzt,
00:00:30: sondern quasi etwas völlig Neues.
00:00:33: Richtig!
00:00:34: Da sitzt gewissermaßen das gesamte medizinische Wissen der gesamten Menschheitsgeschichte direkt neben ihm am Tisch.
00:00:41: Ein ziemlich faszinierender Gedanke?
00:00:43: Absolut!
00:00:44: Stell dir vor, da ist eine Entität die bereitest jedes noch so winzige Detail deiner Symptome in Millisekunden also wirklich blitzschnell mit Millionen von medizinischen Fachartikeln abzugleichen.
00:00:56: Das ist wirklich ein gewaltiges Bild für einen ganz normalen Arztbesuch.
00:01:01: Es verschiebt ja die komplette Dynamik im Raum und das drängt sofort eine große Frage auf.
00:01:06: Wer hat eigentlich das sagen, oder?
00:01:08: Exakt!
00:01:09: Wer von beiden hat die Leitung der Behandlung?
00:01:11: Ist es der Mensch oder eben die Maschine?
00:01:13: Und genau diese Frage wollen wir heute in diesem Deep Dive beantworten.
00:01:17: Wir schauen uns heute nämlich eine ziemlich faszinierende Quelle an.
00:01:21: Eine
00:01:22: sehr außergewöhnliche Quelle muss man sagen...
00:01:24: Ja Das ist ein weltweit einmaliges Interview, das von der LabNews-Media LLC genauer gesagt vom Journalisten Vlad Georgescu geführt wurde und das Besondere daran ist der Interviewgast selbst.
00:01:35: Weil da eben kein Chefarzt oder Professor auf der anderen Seite saß?
00:01:39: Genau!
00:01:39: Es war die KI.
00:01:40: Google Gemini selbst.
00:01:42: also ein Mensch interviewt eine Maschine über... die Rolle von Maschinen in der Medizin.
00:01:56: Und
00:02:00: unsere Mission für die nächsten Minuten ist es, genau zu entschlüsseln wie diese Technologie die Medizin – wie du sie bisher kennst komplett umkrempeln wird.
00:02:09: Wir
00:02:09: wollen herausfinden warum eine KI auf der einen Seite sehr viel brillanter diagnostizieren kann...
00:02:15: ...aber auf der anderen Seite schlechter heilen kann als ein Mensch!
00:02:19: Richtig das ist der entscheidende Kontrast
00:02:21: und am Ende wollen wir dir ein klares Bild davon zeichnen wie genau deine eigene Zukunft in der Hausarztpraxis aussehen wird.
00:02:29: also Lass uns das mal auftröseln.
00:02:32: Wenn man dieses Interview der Lab News liest, stolpert man unweigerlich über den Tonfall.
00:02:36: Der ist nämlich extrem höflich oder?
00:02:39: Ja fast schon unheimlich!
00:02:40: Geminell formuliert extrem elegant, bedankt sich höflig für die Fragen und wirkt geradezu erschreckend menschlich.
00:02:47: Das wirft bei mir sofort die Frage auf wie diese Illusion eigentlich erzeugt wird.
00:02:52: Eine sehr berechtigte Frage
00:02:53: Denn letztlich sprechen wir hier über eine gigantische Rechenmaschine, richtig?
00:02:58: Die weiß nicht was Schmerz ist.
00:03:00: Die weiß nichts Höflichkeit bedeutet.
00:03:02: Absolut!
00:03:03: Und die KI stellt im Interview selbst also direkt am Anfang ganz klar dass sie kein Bewusstsein hat.
00:03:08: Dass sie so menschlich ja fast empathisch wirkt basiert auf einer hoch entwickelten statistischen Architektur.
00:03:15: Okay wie nennt man das?
00:03:16: in der Fachsprache
00:03:17: In der Informatik sprechen wir von der so nennen Transformerarchitektu.
00:03:22: Das ist quasi der Motor, der diese modernen Sprachmodelle überhaupt erst in die Lage versetzt so zu kommunizieren.
00:03:28: Und der revolutionäre Kern dieser Architektur ist ein Mechanismus, der sich Self-Attention also Selbstaufmerksamkeit nennt.
00:03:36: Warte mal!
00:03:36: Lass mich schauen ob ich das Konzept der Selbstaufmärksamkeit richtig dreifen kann.
00:03:41: Frühere Textprogramme haben Sätze ja eher wie auf einer Perlenkette gelesen oder?
00:03:46: Sturr Wort für Wort von links nach rechts
00:03:48: Ja, und wenn der Satz dann sehr lang war haben sie am Ende quasi vergessen was eigentlich ganz am Anfang stand.
00:03:54: Die Selbstaufmerksamkeit ändert das jetzt!
00:03:57: Wenn ich der KI also sage pass auf die Krankenschwester gab dem Patienten das Schmerzmittel weil sie Dienst hatte oder eben Weil er litt
00:04:05: Ein sehr gutes Beispiel
00:04:07: Dann liest die KI das nicht mehr linear richtig?
00:04:11: Sie berechnen stattdessen für jedes Wort gleichzeitig wie stark es mit allen anderen Wörtern zusammenhängt
00:04:18: Exakt.
00:04:19: Sie weiß also sofort, ob sich das sie oder er auf den Patienten oder eben die Krankenschwester bezieht?
00:04:25: Weil sie das Gewicht des ganzen Satzes auf einmal erfasst.
00:04:29: Das beschreibt das mathematische Netz dahinter sehr präzise.
00:04:33: Die KI begreift den Satz als ein komplexes Beziehungsgeflecht und dadurch kann sie den Kontext und selbst feine Nuancen im Tonfall einer Frage extrem scharf erfassen.
00:04:42: Aber
00:04:42: es ist immer noch Statistik!
00:04:44: Genau, es geht hier immer noch um Mustererkennung nicht um ein sementisches Verstehen im menschlichen Sinne.
00:04:49: die KI hat während ihres Trainings Milliarden von Texten analysiert Medizinische Paper Romane Forenbeiträge Alles was es so gibt alles.
00:04:59: Sie weiß strategisch ganz genau, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Wörter in einem bestimmten Kontext aufeinander folgen müssen.
00:05:05: Okay das leuchtet mir für die reine Informationsverarbeitung ein.
00:05:09: also wenn ich sage Ich habe stechende Schmerzen in der Brust und mein linker Arm wird taub dann berechnet sie das statistisch wahrscheinlichste Wort dass darauf folgen sollte.
00:05:19: In dem Fall wahrscheinlich etwas wie Herzinfarkt oder Notarzt.
00:05:22: Genau.
00:05:23: Aber das erklärt für mich noch nicht ganz diesen unfassbar natürlichen, fast schon warmen Gesprächston im Interview.
00:05:32: Wenn es reine Statistik wäre, müsste Gemini doch klingen wie ein trockenes Medizinlexikon!
00:05:36: Und das führt uns zum dritten technischen Baustein den Gemini im Gespräch erwähnt – RLHF.
00:05:42: Was genau heißt das?
00:05:43: Das steht für Reinforcement Learning from Human Feedback.
00:05:47: Man hat dem Modell den rein akademischen, hölzernen Klang buchstäblich abtrainiert.
00:05:52: Moment Das bedeutet, da saßen echte Menschen und haben die Antworten der KI bewertet?
00:05:59: Insgenau.
00:06:00: Nach dem Motto also Antwort A ist fachlich richtig aber Antwort B klingt viel tröstender.
00:06:07: nimm lieber B.
00:06:08: Ja so in etwa kann man sich das vorstellen.
00:06:10: Die menschlichen Trainer haben unzählige Antworten gelesen und dem System zurückgemeldet, welche Formulierungen wir Menschen als hilfreich, natürlich oder angenehm empfinden.
00:06:20: Wahnsinn!
00:06:21: Die KI generiert vielleicht fünf verschiedene Antworten auf eine Frage – der Mensch gibt der empathischsten die höchste Punktzahl.
00:06:28: Ah, so lernt sie das?
00:06:29: Genau!
00:06:30: Das Modell lernt dadurch die mathematische Struktur von Empathie ohne Sie jemals wirklich zu fühlen.
00:06:36: Das macht die Aussage im Interview extrem greifbar….
00:06:40: Sie sagt dort ja selbst, sie sei nur ein Spiegel der menschlichen Sprache.
00:06:43: Ein sehr treffendes Bild!
00:06:45: Ja
00:06:45: weil sie durchlebt das Gespräch nicht.
00:06:47: Sie reflektiert lediglich die kommunikativen Muster, die wir ihr über dieses Feedback antrainiert haben.
00:06:54: Sie gibt uns quasi das was wir hören wollen in der Form in der wir es hören wollen.
00:07:01: Und genau diese Eigenschaft, Daten und Sprache fehlerfrei zu analysieren und dann so zu strukturieren führt eben dazu dass sie in der Medizin massive Umwälzungen anstößt.
00:07:12: Wo denn da am ehesten?
00:07:13: Besonders im Bereich der Anamnese also bei der Erhebung der Krankengeschichte.
00:07:17: Und da sind wir bei einem Punkt der ein Interview sehr detailliert besprochen wird.
00:07:21: es wird auf Studien hingewiesen beispielsweise von Forschern der Harvard University oder Tests mit Microsoft-Systemen.
00:07:27: Da schneidet die KI bei der Diagnose oft besser ab als erfahrene menschliche Ärzte.
00:07:33: Was viele erst mal schockiert?
00:07:35: Ich kenne aus der Psychologie nämlich den sogenannten Bestätigungsfehler, also den Confirmation Beers
00:07:41: Ein leider sehr präsentes Phänomen in der medizinischen Diagnostik.
00:07:45: Ja
00:07:45: ich stelle mir dann Arzt vor, der nach einer brutalen vierzehnt Stundenschicht in der Notaufnahme sitzt.
00:07:52: ein Patient kommt herein hustet stark und hat leichtes Fieber
00:07:57: Und der Arzt hat an dem Tag wahrscheinlich schon zwanzig solcher Fälle gesehen.
00:08:01: Genau, weil der Arz an diesem Tag schon zwanzig Leute mit der saisonalen Grippe gesehen hat greift sein Gehirn auf eine schnelle Heuristik zurück.
00:08:09: Er hat sofort den Verdacht Grippe im Kopf und weil dieser Verdacht einmal da ist blendet seinen völlig erschöpftes Gehirnen ein winziges widersprechendes Detail im Blutbild einfach aus Ein Detail, das vielleicht auf eine viel seltenere Lungenerkrankung hingedeutet hätte.
00:08:29: Wir Menschen suchen unbewusst immer nach Informationen die unsere schnellen Annahmen bestätigen.
00:08:34: Das ist eben die menschliche Schwachstelle.
00:08:37: Ärzte arbeiten fast immer unter enormem Zeitdruck sie leiden unter Schlafmangel und schlichtweg unter kognitiver Erschöpfung.
00:08:44: Und die KI hat das natürlich nicht
00:08:46: Genau.
00:08:47: Die KI kennt diese Zustände überhaupt nicht.
00:08:49: Sie ermüwelt nie.
00:08:51: Ihr immenses, differenzial diagnostisches Gedächtnis gleicht die Symptome in Millisekunden mit Millionen medizinischer Aufsätze ab.
00:08:59: Das kann ein Mensch gar nicht leisten!
00:09:00: Niemals.
00:09:02: Ein menschlicher Arzt kann unmöglich alle Zehntausenden bekannten Krankheiten, Syndrome und ihrer seltensten Unterformen gleichzeitig im Arbeitsspeicher seines Geherms abrufen.
00:09:12: Wahnsinn wenn man sich das so vorstellt...
00:09:15: Die KI zieht bei komplexen medizinischen Rätseln, wie sie etwa im New England Journal of Medicine publiziert werden sofort die Verbindung zwischen einem seltenen Hautausschlag und einer völlig obskuren Herzerkrankung.
00:09:28: Und weißt du warum?
00:09:29: Weil Sie irgendein Paper dazu auswendig kennt?
00:09:32: Richtig!
00:09:33: Weil Sie ein Paper aus dem Jahr fivehundachtzig gelesen hat an das einen normaler Arzt im Stress überhaupt nicht im Traum denkt.
00:09:39: Das klingt auf den Papier alles wahnsinnig beeindruckend Aber wenn ich das mal auf die Realität übertrage, also auf das Wartezimmer von dem wir anfangs sprachen, dann sehe ich da ein riesiges Problem.
00:09:50: Welches Problem meinst
00:09:51: du genau?
00:09:51: Naja Studien aus Harvard bei denen in die KI glänzt – das sind doch alles Laborbedingungen
00:09:56: oder?!
00:09:57: Da hat ein menschlicher Wissenschaftler der KI eine perfekt strukturierte, völlig fehlerfreie Liste mit Symptomen serviert!
00:10:04: Ja, das stimmt….
00:10:05: Die Datenqualität war perfekt.
00:10:07: Aber wenn Du oder Ich beim Arzt sitzen... Dann stammeln wir herum.
00:10:12: Wir sind nervös, wir übertreiben vielleicht oder wir schämen uns für ein Symptom und lassen es einfach weg.
00:10:19: Oder wir vergessen schlicht die Hälfte.
00:10:21: Das ist der Alltag.
00:10:22: Eben!
00:10:23: Die echte menschliche Kommunikation in so einer Arztpraxis ist doch das totale Chaos.
00:10:29: Wie soll eine KI, die auf harte saubere Daten angewiesen ist mit diesem Chaos umgehen?
00:10:34: Ertrifst du genau den wunden Punkt... ...das ist der Flaschenhals, den auch die KI im Interview völlig offen zu gibt.
00:10:41: Genau hier verläuft nämlich die Grenze zwischen der Leistungsfähigkeit in einer kontrollierten Studie und der Anwendbarkeit im echten Leben.
00:10:49: Weil
00:10:49: die KI aus dem Gestammel keine klaren Datenpunkte machen kann?
00:10:54: Im menschlichen Chaos, die medizinisch relevanten Daten zu finden braucht es zwingend den Menschen.
00:11:00: Es braucht die empathische Gesprächsführung des Arztes
00:11:04: Weil die KI eben nicht sehen kann, dass der Patient vielleicht vor Angst schwitzt oder ständig nervös auf den Boden schaut wenn es um ein ganz bestimmtes Thema geht.
00:11:13: Richtig!
00:11:14: Der Arzt nutzt seinen klinischen Blick Er bemerkt die Blassehaut er hört ob die Stimme zittert.
00:11:20: Er kontextualisiert diese ganzen ungesagten Ängste.
00:11:24: All diese nonverbalen physischen Signale entgehen der Maschine komplett.
00:11:28: Sie hört ja nur den reinen Text.
00:11:30: Exakt Die KI strukturiert lediglich die Berichte blitzschnell im Hintergrund, aber sie versteht die Anamnese nicht wie ein Mensch das tut.
00:11:39: Sie verarbeitet sie auf eine fundamental andere Art und
00:11:41: Weise.".
00:11:42: Und das führt uns zu einem ziemlich brillanten Vergleich den Vlad George-Jesco im Text aufmacht – fand ich super spannend!
00:11:50: Er fragt die KI an einer Stelle….
00:11:52: Also, sie sind Dr.
00:11:53: Watson...
00:11:54: ...und die KI reagiert darauf sehr positiv?
00:11:56: Ja geradezu enthousiastisch.
00:11:58: Sie sagt, dass treffe den Nagel exakt auf den Kopf.
00:12:01: Wir haben hier also eine klare Rollenverteilung.
00:12:03: Der menschliche Arzt ist Sherlock Holmes und die KI ist sein treuer Assistent Dr.
00:12:08: Watson.
00:12:09: Ein wirklich großartiges Bild, das die geplante Symbiose in der Medizin hervorragend veranschaulicht!
00:12:14: Wenn wir uns die Figur des Sherlock-Homes mal genauer ansehen – er ist das kreative Genie... ...der
00:12:19: Exzentriker?
00:12:20: Ja…
00:12:20: Er bricht Regeln … er denkt quer … er nutzt seine Intuition.
00:12:25: Wenn ein erfahrener Arzt scheinbar unkonventionell handelt und entgegen der Standardleitlinie plötzlich eine bestimmte Blutuntersuchung anordnet, dann ist das dieses berühmte Bauchgefühl.
00:12:35: Was ja eigentlich gar kein Bauch-Gefühl ist oder?
00:12:38: Genau!
00:12:39: Letzlich ist dieses Bauch Gefühl nichts anderes als extrem stark komprimierte über Jahrzehnte gesammelte Erfahrung am Menschen.
00:12:47: Der Arzt stellt die finale Diagnose und trägt am Ende auch die ethische und rechtliche Verantwortung.
00:12:52: Und Dr.
00:12:53: Watson, also die KI, räumt in der Zeit im Hintergrund auf.
00:12:57: Sozusagen ja!
00:12:58: Er ist der Chronist, der die Akten führt – er liefert das solide Fundament aus Wahrscheinlichkeiten und zieht diese interdisziplinären Verbindungen.
00:13:06: Das finde ich besonders spannend an der Sache.
00:13:08: Warum genau?
00:13:09: Weil ein Arzt ja oft in seiner eigenen Fachrichtung gefangen ist.
00:13:13: Ein Kardiologe schaut primär aufs Herz einen Neurologe auf die Nerven.
00:13:17: Die KI hat diese fachlichen Scheuklappen nicht weil sie alles gleichzeitig abruft.
00:13:22: Sie liefert Sherlock die Fakten aus allen Disziplinen, die ihm überhaupt erst auf seine genialen Ideen bringen.
00:13:28: Das
00:13:28: stimmt!
00:13:29: Watson denkt nicht out of the box er hat einfach eine unglaublich riesige Box voller Daten.
00:13:34: Sehr schön gesagt
00:13:35: Aber wir müssen hier auch die ganz klaren Grenzen benennen.
00:13:39: In der Informatik sprechen wir vom sogenannten Out-of-Distribution-Szenario.
00:13:44: das sind Situationen die außerhalb der bekannten Datenverteilung liegen mit der die Maschine trainiert wurde.
00:13:49: Das ist dann der Moment in dem die KI komplett versagt, oder?
00:13:53: Ja.
00:13:54: Da kommt sie nicht weiter!
00:13:55: Ich stelle mir da den Beginn der Covid-IX-Pandemie Anfangs-Werzeiten vor.
00:14:00: Da tauchten plötzlich weltweit Patienten mit einem völlig neuartigen Krankheitsbild auf.
00:14:06: Es gab dazu noch keine Millionen Fachartikel – es gab keine historischen Lehrbücher aus denen die KI das nächste statistisch logische Wort hätte berechnen können….
00:14:15: Ein perfektes Beispiel für Out-of-Distribution.
00:14:17: Ein menschlicher Arzt musste in diesem Moment Analogien ziehen, improvisieren und völlig neue Hypothesen aufstellen.
00:14:25: Genau so ist es!
00:14:26: Wenn keine Vergangenheitsdaten existieren kann die KI schlichtweg keine Querverbindungen ziehen.
00:14:32: sie würde in so einem Fall entweder einfach blockieren oder anfangen Dinge zu erfinden also zu haluzinieren
00:14:38: was in der Medizin natürlich fatal wäre absolut
00:14:41: fatal.
00:14:42: Sie kann nicht wirklich innovativ sein.
00:14:44: Das Erschließen von völlig neuem Terrain durch echten Forschergeist bleibt also weiterhin die Domäne von Sherlock Holmes, also dem Menschen.
00:14:52: Okay das heißt wir wissen jetzt ziemlich genau wie die Rollen zwischen Arzt und Maschine verteilt sind aber im Interview wird es auch sehr handfest wenn es um die Zukunft geht.
00:15:01: Ja da wird es sehr konkret.
00:15:03: Es
00:15:03: geht darum wie du als Zuhörer diesen Dr.
00:15:06: Watson in der Praxis deines Hausarztes ganz real erleben wirst.
00:15:11: Und laut Jamie-Ni wird es kein plötzlicher Umsturz von heute auf morgen sein, sondern eher ein Übergang in zwei Phasen.
00:15:18: Der Weg der reinen Software hin zur physischen Präsenz.
00:15:22: Lass uns kurz auf Phase eins schauen denn die steht ja offenbar unmittelbar bevor!
00:15:27: Phase Eins ist der Unsichtbare Watson – wie ich ihn gerne nenne.
00:15:31: In den nächsten Jahren wird die KI vor allem über Mikrofone und Tablets im Behandlungszimmer präsent sein.
00:15:37: Okay also er im Hintergrund?
00:15:40: Genau.
00:15:41: Während du mit deinem Arzt über deine Beschwerden sprichst, hört das System im Hintergrund einfach mit.
00:15:47: Es transkribiert das Gespräch vollautomatisch, filtert die medizinisch relevanten Informationen heraus und aktualisiert in Sekundenbruchteilen deine Patientenakte.
00:15:57: Wow!
00:15:58: Das heißt der Arzt tippt nicht mehr parallel mit zwei Fingern in den PC während er eigentlich mit mir reden sollte?
00:16:04: Erledigt – das macht die KI
00:16:06: Krass, er bekommt stattdessen von der KI auf seinem Bildschirm in Echtzeit Hinweise oder Vorschläge für Nachfragen eingeflüstert basierend auf dem was ich gerade gesagt habe.
00:16:16: Ja genau das ist die Vision für Phase eins.
00:16:19: Allein das wäre ja schon eine massive Revolution für den administrativen Alltag im Praxen.
00:16:24: aber Phase zwei geht noch einen deutlichen Schritt weiter.
00:16:27: da muss dich beim Lesen wirklich zweimal hinschauen.
00:16:29: Ich weiß worauf du hinaus willst.
00:16:31: Die KI spricht davon, dass das System in hochentwickelte Roboterkörper integriert wird.
00:16:36: Ein humanoider Roboter soll ernsthaft in die Hausarztpraxen
00:16:39: einziehen.".
00:16:40: Das klingt nach Science-Fiction aber die technologische Entwicklung bewegt sich rasant auf genau diesen Punkt zu.
00:16:47: Dieser physische Assistent wird laut dem Interview im Wartebereich bestimmte physische Aufgaben übernehmen – er wird zum Beispiel die Triage durchführen!
00:16:56: Kurz zur Einordnung für alle Triage bedeutet in diesem Kontext die Erstsortierung der Patienten nach der Schwere ihrer Symptome, richtig?
00:17:04: Ganz genau.
00:17:05: Also die Entscheidung wer ein absoluter Notfall ist und sofort zum Arzt muss und wer mit leichten Beschwerden noch im Wartezimmerplatz nehmen kann.
00:17:13: Genau so ist es!
00:17:14: Der humanoide Wotzen begrüßt den Patienten, misst völlig selbstständig den Blutdruck, den Puls und vielleicht heucht er sogar mit seinen Sensoren die Lunge ab.
00:17:23: Wahnsinn...
00:17:24: Darüber hinaus kann er schwere Lasten heben und so das Pflegepersonal körperlich massiv entlasten.
00:17:30: Die Überwachung von Vitalwerten auf einer Pflegestation könnte durch solche Systeme dann vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche fehlerfrei.
00:17:42: Ich bin da ganz ehrlich.
00:17:44: Ein Teil von mir findet die Vorstellung eines Robotters, der mir im Wartezimmer das Tätoskop auf die Brust drückt oder mir vielleicht sogar Blut abnimmt – extrem befremdlich!
00:17:54: Das klingt nach einem Sci-Fi-Film, der ein bisschen zu nah an die Realität rückt.
00:17:58: Das ist eine sehr natürliche Reaktion dieses Skepsis?
00:18:01: Ja aber… und das ist ein großes Aber... Wenn ich versuche meine Skepsise mal bei Seite zu schieben und rein auf den Nutzen für den Patienten schaue Dann ergibt sich da ein wirklich, wirklich starkes Argument.
00:18:14: Welches Argument ist das für dich?
00:18:15: Naja überleg doch mal was im Behandlungszimmer passiert wenn dieser Roboter die komplette Routine Arbeit erledigt!
00:18:24: Wenn die Maschine das Blut abnimmt, die Triage macht und im Hintergrund die komplete Dokumentation verfasst
00:18:30: dann ist der Arzt befreit.
00:18:32: genau Dann hat der menschliche Arzt buchstäblich keine Hände mehr auf der Tastatur.
00:18:37: Er ist befreit von dieser ganzen erdrückenden Bürokratie und das bedeutet doch, er hat endlich wieder das was heute im Gesundheitssystem am Allermeisten fehlt!
00:18:47: Zeit.
00:18:49: Richtig!
00:18:49: Er hat Zeit für Empathie, für echte Zuwendung, für das Beobachten der nonverbaren Signale die wir vorhin besprochen haben.
00:18:57: Er kann sich voll auf die komplexe Entscheidungsfindungen und das so unglaublich wichtige Abschlussgespräch mit dem Patienten konzentrieren.
00:19:04: Das hast du hervorragend auf den Punkt gebracht.
00:19:06: Das ist nämlich der absolute Kerngedanke dieser ganzen Entwicklung.
00:19:10: Die Technik übernimmt die Maschinenarbeit damit der Mensch wieder mehr Mensch sein kann.
00:19:14: Ein schöner Gedanke.
00:19:15: Das ist die perfekte Symbiose, die das Interview skizziert.
00:19:18: Das fasst unsere Mission für diesen Deep Dive heute wirklich gut zusammen.
00:19:22: Die KI, wie sie im Interview mit Vlad Georgesco deutlich macht ist definitiv nicht hier um den menschlichen Arzt zu ersetzen.
00:19:29: Auf keinen Fall!
00:19:30: Sie isst ein Werkzeug – ein Dr.
00:19:32: Watson der völlig frei von Stress- und Bestätigungsfehlern gigantische Datenmengen sortiert damit Sherlock Holmes wieder Zeit hat sich auf dem eigentlichen Fall nämlich dich als Patienten zu konzentrieren.
00:19:43: Dieses
00:19:43: Zusammenspiel macht die Medizin der Zukunft aus die Daten auf der einen Seite, die Menschlichkeit auf der anderen.
00:19:50: Allerdings – und da müssen wir zum Schluss noch drauf schauen – drängt sich am Ende dieses Interviews noch ein ziemlich grundlegendes Problem auf das man echt nicht ignorieren sollte.
00:19:59: Oh!
00:20:00: Ein Haken an der ganzen Sache?
00:20:02: Ein ziemlich großer Haken wenn man mal über die Natur dieser ganzen Daten nachdenkt.
00:20:05: Wir haben ja vorhin darüber gesprochen dass die KI selbst sagt sie sei nur ein Spiegel der menschlichen Sprache.
00:20:11: Richtig… Der perfekte Spiegeln
00:20:13: Genau.
00:20:14: Sie weiß von sich aus nicht, was objektiv war oder falsch ist.
00:20:17: Sie lernt nur aus allem, was in medizinischen Fachbüchern, Studien und Aufzeichnungen jemals niedergeschrieben wurde.
00:20:23: Das gesammelte Wissen der Menschheit ja?
00:20:26: Aber was passiert eigentlich wenn dieses gesammlite Wissen tief verankerte menschliche Fehler enthält?
00:20:31: Medizinische Irrtümer die sich über Jahrzehnte in den Lehrbüchan hartmäckig gehalten haben oder historische Vorurteile und blinde Flecken bei bestimmten Krankheitsbildern, vielleicht bezogen auf das Geschlecht oder die Herkunft von Patienten.
00:20:44: Das ist in der Medizin ja leider keine Seltenheit?
00:20:46: Eben!
00:20:47: Wenn die KI keine eigene Wahrheit erkennen kann, dann hat sie auch keinen Filter für diese historischen Fehler.
00:20:54: Wow, das ist echt ein heftiger Gedanke... Wenn die Datenbasis, auf der die KI trainiert wurde einen blinden Fleck hat dann hat Dr.
00:21:02: Watson hagenau den selben blinden Fleck nur mit dem erschreckenden Unterschied dass er uns diesen Irrtum dann mit der absoluten unfehlbaren Überzeugungskraft einer hoch intelligenten Maschine präsentiert.
00:21:13: und wir
00:21:13: vertrauen ihm dann vielleicht blind weil
00:21:15: wir denken naja die KI hat alle Daten analysiert.
00:21:17: sie wird schon recht haben.
00:21:19: Ein Spiegel, der uns unsere eigenen historischen Irrtümer in absoluter Perfektion zurückwirft.
00:21:26: Das ist die Kehrseite der Medaille!
00:21:28: Ein wirklich starker Gedanke den du als Zuhörer definitiv im Hinterkopf behalten solltest.
00:21:33: Wenn du das nächste Mal im Wartezimmer sitzt und aufgerufen wirst... Achte doch einfach mal ganz bewusst darauf, wie viel Zeit hat dein Arzt eigentlich wirklich für dich?
00:21:43: Also für den Menschen übrig.
00:21:45: Und wieviel Zeit startet er auf dem Monitor um irgendwelche Daten zu tippen?
00:21:50: Eine gute Beobachtungsaufgabe!
00:21:51: Auf
00:21:51: jeden Fall!
00:21:52: Die gute Nachricht aus unserem heutigen Thema ist jedenfalls irgendwann übernimmt das lästige Tippen vielleicht der perfekte Dr.
00:21:59: Watson und bis dahin danke fürs Zuhören.
00:22:01: und bis zum nächsten Mal bei unserem Deep Dive.
Neuer Kommentar